30. Schwangerschaftswoche – praktischer Leitfaden, was bei dir und deinem Baby passiert
Das dritte Trimester ist in vollem Gange, der siebte Monat fast geschafft. Die meisten Untersuchungen des zweiten Trimesters sind bereits erledigt, das OGTT-Ergebnis steht im Mutterpass und die nächsten Termine sind geplant. Jetzt zählen ein ruhiger Tagesrhythmus, regelmäßige Kontrollen und eine vernünftige Vorbereitung auf die Geburt – ohne Hektik, aber mit Plan.
Entwicklung des Babys in der 30. Schwangerschaftswoche – die wichtigsten Fakten
Das Baby wiegt etwa 1400–1600 g und misst rund 39–41 cm (von Kopf bis Fuß). Das Fettgewebe nimmt zu, die Gesichtszüge werden deutlicher, feine Härchen (Lanugo) schützen weiterhin die Haut. In den Lungen bildet sich zunehmend Surfactant – noch Vorbereitung, aber jede Woche zählt. Das Gehirn entwickelt intensiv neue Nervenverbindungen, und Schlaf- und Wachphasen werden erkennbarer. Immer häufiger liegt das Baby mit dem Kopf nach unten, doch auch Querlage oder Beckenendlage sind noch möglich – für eine Drehung bleibt noch Zeit.
Was passiert jetzt in deinem Körper
Der Fundus liegt deutlich über dem Bauchnabel. Beim zügigen Gehen kann der Atem kürzer werden, abends meldet sich Sodbrennen, und nachts können Wadenkrämpfe auftreten. Der Rücken kann nach langem Sitzen, Stehen oder Tragen von Einkäufen schmerzen. Braxton-Hicks-Kontraktionen (Bauchverhärtungen) sind normal – unregelmäßig, schmerzlos und verschwinden nach Ruhe und Flüssigkeitszufuhr. Leichte Fußschwellungen am Abend sind üblich; ein plötzlicher, einseitiger Wadenschwellung ist jedoch ein Alarmsignal. Manche Frauen spüren Kribbeln oder Taubheit in den Händen (Karpaltunnelsyndrom) – helfen können Pausen von der Tastatur, Entlastung der Handgelenke oder eine Schiene für die Nacht.
Bewegungen des Babys – beobachte das Muster
In der 30. Woche sind die Bewegungen kräftig, aber der Platz wird enger – sie fühlen sich mehr gleitend als akrobatisch an. Wichtig ist, dein individuelles Aktivitätsmuster zu kennen. Wenn es über mehrere Stunden deutlich ruhiger ist als sonst oder sich die Bewegungen plötzlich verändern, kontaktiere deine Ärztin oder Hebamme. Nach einem besonders aktiven Tag kann dein Baby am nächsten ruhiger sein – das ist in Ordnung, solange es deinem gewohnten Muster entspricht.
Untersuchungen und Arzttermine rund um die 30. Woche
Nach dem OGTT folgen die Routinekontrollen: Blutbild, Urin, Blutdruck, Gewicht, Fundushöhe. Der Arzt kann ein Wachstumsultraschall im dritten Trimester (meist um die 30.–32. Woche) planen – zur Beurteilung von Gewicht, Plazenta und Fruchtwasser. Immer häufiger wird auch die Keuchhustenimpfung (Tdap) in der Schwangerschaft empfohlen – Zeitpunkt und Indikation legt der Arzt fest. Notiere dir auch den GBS-Abstrich (Gruppe-B-Streptokokken) für die 35.–37. Woche.
Ernährung und Nahrungsergänzung
Gemüse, Vollkornprodukte, Eiweiß aus verschiedenen Quellen (Eier, Geflügel, gebackener Fisch, Milchprodukte, Hülsenfrüchte) und gesunde Fette. Gegen Sodbrennen helfen eine Pause zwischen Abendessen und Schlaf sowie ein leicht erhöhtes Kopfteil. Trinke regelmäßig über den Tag verteilt Wasser. Nahrungsergänzung gemäß Empfehlung: Folsäure, Vitamin D, Jod. Eisen nur bei nachgewiesenem Bedarf (Blutbild, Ferritin). DHA – Dosis mit dem Arzt besprechen. Wadenkrämpfe werden meist durch bessere Hydratation und leichtes Dehnen am Abend gelindert; über Supplemente entscheidet der Facharzt.
Bewegung, Ergonomie und Schlaf
Tägliche Spaziergänge, Schwimmen, Yoga/Pilates für Schwangere, kurze Übungen zur Kräftigung von Gesäß und Rumpfmuskulatur – ohne Sprünge oder Kontaktsport. Im Büro: Bildschirm gerade vor dir, Lendenstütze, Positionswechsel alle 45–60 Minuten. Im Auto immer mit Gurt: der untere unter dem Bauch auf den Hüften, der obere zwischen den Brüsten; Pausen alle 1–2 Stunden. Schlaf meist am besten auf der linken Seite, mit Kissen zwischen den Knien und unter dem Bauch – das macht oft einen großen Unterschied.
Warnsignale – wann du sofort handeln solltest
Hellrotes Blut, regelmäßige schmerzhafte Wehen, wässriger, anhaltender Ausfluss (möglicher Blasensprung), starke Bauchschmerzen, Fieber und Schüttelfrost, plötzlicher einseitiger Wadenschwellung, deutlicher und anhaltender Rückgang der Kindsbewegungen – in diesen Fällen nicht bis zum Morgen warten.
Baby-Ausstattung und Organisation – kleine Schritte, kein Chaos
In dieser Phase konzentriere dich auf den Komfort der Mutter und die Grundausstattung für das Neugeborene. Für die Mama: ein Schwangerschaftskissen zum Schlafen auf der Seite, weiche Leggings und druckfreie Unterwäsche.
Für das Baby haben wir eine Auswahl an Kollektionen zusammengestellt, die wir für die ersten Wochen und Monate als besonders nützlich erachten.
Beißringe
- Ein Must-have in der Baby-Erstausstattung, beliebt bei Babys schon ab den ersten Monaten.
Babydecken
- Leicht und atmungsaktiv – helfen, das Baby zu beruhigen und die optimale Temperatur zu halten.
Bett- und Kinderwagenlaken
- Hergestellt aus weichen Materialien. Große Auswahl an Marken und Größen.
Bade- und Pflegezubehör
- Eine Sammlung der wichtigsten Produkte, die vor, während und nach dem Baden nützlich sind.
Krankenhaustasche – fang mit der Liste an
Du musst noch nicht alles packen, aber es lohnt sich, eine Liste zu beginnen: Dokumente (Ausweis, Mutterpass, Befunde), Geburts-/Stillnachthemd, Hausschuhe, etwas zu trinken und Snacks, kleine Kosmetiktasche, Ladegerät, erstes Babyoutfit, Windeln und Decke. Schreibe sie auf und ergänze nach und nach – das reduziert Stress in letzter Minute.
FAQ
Das Baby liegt noch in Beckenendlage – muss ich mir Sorgen machen?
Noch nicht. Es hat noch Zeit, sich zu drehen. Sprich mit deinem Arzt in der 32.–34. Woche, wenn sich die Lage nicht ändert.
Mehr Kontraktionen am Abend – ist das normal?
Oft ja. Wenn sie unregelmäßig, schmerzlos sind und nach Ruhe und Flüssigkeitszufuhr verschwinden, handelt es sich um Braxton-Hicks-Kontraktionen. Schmerzhafte, regelmäßige Wehen müssen sofort abgeklärt werden.
Soll ich die Kindsbewegungen genau zählen?
Wichtig ist dein persönliches Bewegungsmuster. Weicht es deutlich ab, rufe deinen Arzt an.
Hände schlafen nachts ein – was tun?
Pausen von der Tastatur, Handgelenke lockern, Hände nachts leicht erhöht lagern. Bei starken Beschwerden kann eine Schiene helfen – sprich mit deinem Arzt.
Wann sollte ich meinen Geburtsplan erstellen?
Jetzt ist ein guter Zeitpunkt. Notiere deine Wünsche (Geburtspositionen, Hautkontakt, Stillen, Begleitperson) und besprich sie beim nächsten Termin oder im Geburtsvorbereitungskurs.